Die Burma-Katze

Wer ein Haustier sucht, das alle positiven Eigenschaften seiner Spezies in sich vereint, findet es in der Burma Katze. Vertreter dieser Rasse gelten als menschenbezogen, spielfreudig, kinderlieb und pflegeleicht. Im Gegensatz zu vielen anderen Artgenossen sind sie sogar ausgesprochen reiseaffin und können daher problemlos in den Familienurlaub integriert werden. Doch bei all diesen Vorzügen bleibt die Burma, was sie ist: eine Katze mit jeder Menge Eigenheiten…

Vierbeiniger Glücksbringer

Die Besonderheit dieser Rasse wird schon bei einem Blick in ihre Geschichte deutlich. Sie stammt – wie ihr Name ahnen lässt – aus der Gegend des heutigen Myanmar. Im früheren Birma, das im Englischen als Burma bekannt ist, hatte die Katze den Ruf eines Glücksbringers. Dementsprechend nannten die hier sesshaften Mönche sie „Suphalaksa“ und priesen damit ihren „Glück verheißenden Charakter“. Ihre ebenfalls gebräuchliche thailändische Bezeichnung „Maeo Thong Daeng“ bedeutet soviel wie „Kupferkatze“ und verweist auf das ursprünglich bräunliche Fell der Burma.

Eine Katze wider die Norm

Brown Burmese kitten sits in front of white background

Burma Katzen können eine Vielzahl an Farben aufweisen

 

Dieses besitzt eine Eigenheit, welche die ehemaligen Tempeltiere mit einem weiteren einzigartigen Merkmal ausstattet: Durch einen angeborenen Blutverdünnungsfaktor erscheinen die Beine, der Kopf und der Schwanz stets etwas dunkler als der Rest des Körpers, so dass die Zeichnung gewisse Parallelen zu der von Siamesen aufweist. Auch im Aussehen und im Wesen ähneln sich Siam- und Burma Katze – allerdings nur auf den ersten Blick.

Als Angehörige orientalischer Rassen zeigen beide eine schlanke Statur, lange feingliedrige Beine und einen ausgeprägten Brustbereich. Im direkten Vergleich mit einer modernen Siamesin wirkt das Gesicht der Burma Katze trotz der ebenfalls breiten Wangenknochen jedoch weniger herb; ihre Ohren sind etwas kleiner und steiler. Der Schwanz ist nur mittellang und an der Spitze leicht gerundet. Im Gegensatz zur mitunter etwas „hündisch“ und divenhaft auftretenden Siam benimmt sich die Burma wesentlich mehr wie eine Katze: Sie ist ausgeglichener, weniger sensibel und vor allem deutlich leiser als ihre Verwandte. Ein weiterer auffälliger Unterschied besteht in der Augenform und den möglichen Augenfarben, die bei der Burma zwischen Gold und Bernstein chanchieren.

Ver- und Entmischung

Dennoch hielten zahlreiche Experten das allererste aus seiner Heimat exportierte Tier für eine etwas zu dunkel geratene Siamkatze. Nachdem sein Besitzer – der US-amerikanische Marine-Arzt Joseph C. Thompson – beteuert hatte, dass es sich um eine in Burma übliche Katze handelt, ließen Züchter die exotische Samtpfote eingehend untersuchen. Und siehe da: Es handelte sich keinesfalls um ein außergewöhnlich gefärbtes und besonders ruhiges Exemplar der helleren und lebhafteren Siam, sondern um eine noch unbekannte Rasse!

Die auf den Namen Wong Mau getaufte Kätzin paarte sich mit einem bereits heimisch gewordenen Siamkater. Aus ihren Nachkommen wurden mit weiteren aus Burma importierten Tieren neue Exemplare gezüchtet, welche die „Cat Fanciers Association“ 1936 als eigenständige Rasse anerkannte. Die so entstandene Burma Katze erfreute sich in den USA stetig wachsender Beliebtheit und eroberte ab den 1950er Jahren schließlich auch Großbritannien und das übrige Europa.

Child girl holding a burma cat in her arms

Burma Katzen verstehen sich gut mit Kindern.

Vom Guten nur das Beste

Hier überzeugte sie vor allem durch ihren ausgleichenden Charakter. Wie in ihrer ursprünglichen Heimat Burma ist die Katze wegen ihrer Intelligenz und ihrer Anhänglichkeit bis heute ein beliebtes Haustier. Das kurze, enganliegende Fell mit der extrem dünnen Unterwolle ist ausgesprochen pflegeleicht und verliert kaum Haare. Familien mit Kindern schätzen außerdem ihren Langmut und ihre Spielfreude beim Umgang mit den Jüngsten. Doch gerade weil sie so gesellig ist, bleibt die Burma Katze ungern allein. Personen, die täglich lange arbeiten oder aus anderen Gründen selten zu Hause sind, sollten ihr einen gleichartigen Spielgefährten zur Seite stellen.

Breites Farbspektrum

Dieser kann trotz Zugehörigkeit zur gleichen Rasse erhebliche Unterschiede in der Fellfarbe aufweisen, denn bei der Burma Katze sind sowohl uni- als auch tortie-Varianten erlaubt. Die Palette reicht von hellen pudrigen Creme-Tönen über tauben- und blaugrau oder orange- und mandarinrot bis zu warmem Schokoladenbraun. Allen gemeinsam ist der ungewöhnliche Farbverlauf, der auf den bereits erwähnten Blutverdünnungsfaktor zurückzuführen ist.

 

Erblich vorbelastet

Ebenfalls genetisch bedingt sind die rassetypischen Erkrankungen dieser Tiere. So bilden viele Kitten zwischen der 3. Lebenswoche und dem 4. Lebensmonat eine endokardiale Fibroelastose aus. Die Verdickung der inneren Herzschicht wird durch die unkontrollierte Bildung elastischer Fasern ausgelöst. Desweiteren tritt bei der Burma Katze überdurchschnittlich häufig das Kongenitale Vestibularsyndrom auf, infolgedessen sie unter Koordinationsstörungen leidet und ertauben kann. Älter werdende Tiere zeigen durch vermehrte Flüssigkeitsaufnahme und verminderten Appetit deutliche Anzeichen einer Nephritis, die in dem meisten Fällen zu komplettem Nierenversagen führt.

Flexibel bis ins hohe Alter

Trotz dieser erblichen Belastung ist die Burma eine Katze mit hoher Lebenserwartung. Sie erreicht ein durchschnittliches Alter von bis zu 17 Jahren. In dieser Zeit erfreut sie ihren Besitzer mit unvermindert anhaltender Neugier und Anpassungsfähigkeit. Darüber hinaus zeigt sie sich in einer für ihre Art fast untypischen Weise anhänglich. Weil die Burma Katze sehr auf die Menschen ihres unmittelbaren Umfeldes fixiert ist, nimmt sie lieber längere Reisen auf sich als allein zu Hause zu bleiben.

Group of Burmese kittens posing on a white background

Burmas sind für ihre Zutraulichkeit bekannt.

Vorsicht – freilaufende Burma!

Ein an sich begrüßenswerter Umstand – der den anhänglichen Tieren bzw. ihren Haltern jedoch auch zum Verhängnis werden kann: Eine freilaufende Burma Katze geht mit nahezu allen Personen mit, die ihr ein Quantum an Aufmerksamkeit schenken. Wer diesen Prachtexemplaren Frischluft gönnen möchte, ermöglicht dies also am besten auf einem rundum gesicherten Balkon oder einem innenliegenden Hof. Anderenfalls tut die Burma Katze das, wofür sie in ihrer Heimat seit jeher verehrt wird: Sie heftet sich an die Fersen vorübergehender Menschen, erfreut sie mit ihren Eigenschaften und sorgt so für eine ganz spezielle Art von Glück.

 

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