Halterrechte und Halterpflichten

Halterrechte und Halterpflichten bei Katzenhaltung

Unabhängig davon ob es sich um eine Mietwohnung oder um eine Eigentumswohnung handelt, auch Katzenhalter sollten bezüglich der Hausordnung einiges beachten. Halterrechte und Halterpflichten sind ein wichtiger Bestandteil vieler Hausordnungen und wenn diese nicht beachtet werden, dann kann das schnell zu Ärger zwischen den einzelnen Mietern und Eigentümern kommen. Die folgende Übersicht zeigt auf welche Halterpflichten und Halterrechte bei der Katzenhaltung besonders wichtig sind.

Katzenhaltung: Halterrechte und Halterpflichten

Halterpflichten im Überblick

Artgerechte Haltung von Katzen: Die Mindestanforderungen

Die Mindestanforderungen für eine artgerechte Katzenhaltung sind in der Tierhaltungsverordnung und im Bundestierschutzgesetz festgelegt. Wer gleich mehrere Stubentiger hält, der muss jedem Tier einen eigenen Rückzugsort zur Verfügung stellen. Zusätzlich dazu muss es ausreichend Möglichkeiten geben, damit die Katzen ihre Krallen schärfen können mittels Kratzbaum und Kratzbrettern. Wer einen Freigänger hält, der ist außerdem dazu verpflichtet diesen kastrieren zu lassen, sofern die Katze nicht zur Zucht eingesetzt wird oder in bäuerlicher Haltung lebt. Des Weiteren ist der Katzenbesitzer dazu verpflichtet, Balkone und Fenster bei denen eine Fenstersturz-Gefahr besteht mit ordnungsgemäßen Schutzvorrichtungen zu versehen. Das gilt auch bei gekippten Fenstern. Auch hier sollte ein Schutz beispielsweise in Form von Katzengittern vorhanden sein.

Der Mehrkatzenhaushalt

Bild  vier Katzenbabies

Mehrkatzenhaltung in einem Haushalt sollte mit dem Vermieter geklärt werden

Wer als Mieter mehrere Katzen besitzt, der sollte seinen Vermieter über die Anzahl der Katzen informieren. Denn in einem Gerichtsfall hatte zwar ein Mieter die Erlaubnis eine Katze zu halten, doch er beherbergte gleich sieben Stubentiger. Beim Auszug verlangte der Vermieter daher, dass der Mieter seine Wohnung komplett renoviert und bekam Recht. Wer in eine neue Wohnung zieht in der die Katzenhaltung erlaubt ist, der sollte bei mehr als drei Katzen schon seinen Vermieter darüber in Kenntnis setzen.

Geruchsbelästigung

In einem Wohngebiet müssen Katzen so untergebracht werden, dass sich die Nachbarn nicht durch eine Geruchsbelästigung gestört fühlen. In der Regel sind zwei Katzen im Garten erlaubt, das bedeutet auch, dass der Nachbar zwei Katzen den Freigang gewähren kann. Aber auch nur, wenn dadurch keine unzumutbaren Schäden entstehen. Geduldet werden müssen wiederum Pfotentapser auf der Terrasse, Scharrspuren im Beet und eine tote Maus, wenn das nicht zu oft vorkommt.

Die Hausordnung unbedingt immer lesen

Katze und Hund haben unterschiedliche sprachliche Zeichen.

Katzen und Hunde in der Mietwohnung werden von dem Vermieter separat erlaubt.

Grundsätzlich lohnt sich ein Blick in die Hausordnung. Denn in manchen Fällen kann diese sogar verbieten, dass Katzen im Haus und im Außenbereich der Mietanlage nicht frei herumlaufen dürfen. Zudem kann auch verboten werden, dass sie die Gartenanteile von anderen Wohnungseigentümern nutzen.

Katzenhaltung vs. Hundehaltung

Wenn ein Vermieter die Katzenhaltung erlaubt, dann bedeutet das nicht gleichzeitig, dass auch Hunde erlaubt sind. Wer einen Hund ohne Einverständnis des Vermieters hält, der kann nach voriger Abmahnung fristlos gekündigt werden.

Halterrechte im Überblick

Katzenallergie des Nachbarn

Wenn ein Nachbar unter einer Katzenallergie leidet, dann ist das kein Grund die Tierhaltung zu verbieten. Natürlich darf die Katze dann nicht in der Wohnung des Nachbarn streunen. Wenn eine Katze daran gewöhnt ist ihren Freilauf zu bekommen, dann darf dieser aufgrund dessen nicht untersagt werden. Denn wenn die Katzenhaltung erlaubt ist, dann muss auch die artgerechte Haltung des Tieres gewährleistet werden können.

Katzen als Erben einsetzen

Bild Straßenzeichen rund

Grundsätzlich können Katzen nicht als Erben eingesetzt werden!

Grundsätzlich können Katzen nicht als Erben eingesetzt werden. Im Testament muss zusätzlich zum Tier auch immer eine natürliche Person, sprich Verwandte oder Freunde oder eine juristische Person in Form von Tierschutzorganisation oder Tierheim angegeben werden. Diese müssen das hinterlassene Vermögen dann zur Versorgung des Tieres verwenden. Dabei muss die Versorgung nach festen Auflagen erfolgen, die zuvor vom Verfasser des Testaments festgelegt wurden.

Verstoß gegen das Tierschutzgesetz

Wird eine Katze oder mehrere von einer Behörde dem Tierhalter entzogen, weil der Tierhalter gegen das Artenschutz- oder Tierschutzgesetz verstoßen hat, dann müssen die Tiere nicht endgültig entzogen werden. Das bedeutet wiederum, dass die Wegnahme des Tieres im Verhältnis stehen muss. So muss das Gericht überprüfen, ob nicht andere Maßnahmen in Betracht gezogen werden können und auf eine Wegnahme des Tieres verzichtet werden kann.

Kratzer auf dem Parkettboden

Da der Parkettboden einer Mietwohnung Kratzspuren aufwies, verlangte der Mieter einen Schadensersatz. Die Kratzspuren der Katze erforderten nämlich ein Abschleifen des Parkettbodens. Der Mieter weigerte sich allerdings dagegen die Forderung zu bezahlen. Vor Gericht bekam er Recht, da die Kratzer auf dem Boden nur die Folge der vertragsgemäßen Nutzung der Mietwohnung waren. Und da der Vermieter in diesem Fall die Haustier-Haltung erlaubt hatte, gehörte auch diese Form der Abnutzung zum üblichen Mietgebrauch.

Ist das Anbringen eines Katzenschutznetzes erlaubt?

Ein Katzenschutznetz muss vom Vermieter einer Eigentumswohnung auch dann geduldet werden, wenn die Eigentümergemeinschaft sich zuvor dagegen entschieden hat. Schließlich lässt sich das Katzenschutznetz am Balkon jederzeit wieder entfernen. Zudem ist es mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, so dass es nicht gegen das Recht, dass alle Balkone ähnlich gestaltet werden müssen, verstößt. Bei einem Gerichtsbeschluss in diesem Bereich wurde beschlossen, dass das Katzenschutz aus dem Grund montiert werden darf, da der Balkon nach hinten gerichtet war und dadurch keine optische Beeinträchtigung zu beanstanden war. Doch ganz so einfach ist es in diesem Bereich nicht. Denn bei einem anderen Beschluss musste der Mieter sein Katzenschutznetz wieder entfernen, da der Vermieter nicht wollte, dass der Balkon mit diesem Netz versehen wird. Wer sich in diesem Bereich also unsicher ist, der sollte sich vor der Anbringung unbedingt mit seinem Vermieter auseinandersetzen.

Die Katzenhaltung in der Mietwohnung

Bild Mietvertrag

Wenn Sie eine Katze in der Mietwohnung halten wollen, dann sollten Sie Ihren Vermieter rechtzeitig darüber informieren

Wenn ein Katzenhalter trotz Verbot im Mietvertrag Katzen in seiner Wohnung hält und eine Haltung nur dann erlaubt ist, wenn der Vermieter zustimmt, dann ist eine fristlose Kündigung unwirksam. Denn die Katzenhaltung gehört in einer Mietwohnung zum sogenannten vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Wenn der Vermieter keine triftigen Gründe vortragen kann, warum die Katzenhaltung nicht erlaubt sein soll, dann ist eine fristlose Kündigung ebenfalls nicht möglich.

Wann ist eine Katzenklappe erlaubt?

Der Einbau einer Katzenklappe in die Wohnungstür rechtfertigt keine Kündigung. Auch dann wenn die Haustierhaltung laut Mietvertrag verboten ist. Der Vermieter hat lediglich die Möglichkeit Schadensersatzansprüche zu stellen, da beim Auszug des Mieters eine neue Tür eingebaut werden muss. Laut Halterpflichten sollte der Vermieter aber in Kenntniss darüber gesetzt werden. Auch wenn die Halterrechte eine Katzenklappe grundsätzlich erlauben.

Fazit: Wie die einzelnen Punkte verdeutlichen, ist es nicht immer eindeutig, welche Dinge grundsätzlich erlaubt sind und welche nicht. Die Gerichtsurteile fallen im Bereich Halterrechte und Halterpflichten oft sehr unterschiedlich aus. Allerdings sollten Mieter ihren Vermieter immer in Kenntnis darüber setzen, dass sie Katzen halten. Schon beim Einzug in eine neue Wohnung, sollte man sich darüber informieren, ob die Haustierhaltung grundsätzlich erlaubt ist.

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1 Comment

  1. Margarete Renner sagt:

    Wer weiß Rat, wer kann helfen.
    Nachdem unsere Nachvar, der in seinem Stadel 25 Katzen gefüttert hat plötzlich in´s Spital gekommen ist, wollten wir aus Nachbarschaftshilfe die Fütterung der Katzen vorübergehend übernehm. Jetzt kam der Nachbar in ein Pflegeheim und wirf füttern immer noch. Mit Hilfe der Pfotenhilfe wiurden die Katzen kastriert. Bagesehen davon, dass das Füttern per Woche € 2o,– verschlingt isnd wir auf unsere alten Tage damit tagtäglich angehängt. Der potentielle Erbe und Sachwalter des Nachbarn rührt kein Ohr. Esgibt nur Ratschläge wie nicht füttern, dann verrennen sie sich, erschießen vergasen.

    Hat jemand eine Idee ob es Organisationen gibt, die sich solcher Katzen annehmen oder in verschiedenen Gruppen übernehmen könnten?

    Danke!

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