Katze vermisst – was tun?

Redensartlich hat sie sieben Leben, doch sobald ein Tierhalter seine Katze vermisst, ist die Sorge groß. Dabei ist der (scheinbar) abhanden gekommene Stuben-, Garten- oder Hoftiger häufig gar nicht so weit entfernt, wie nach dem ersten Schreck angenommen. Was Du tun kannst, um eine vermisste Mieze wiederzufinden, verraten wir Dir hier:

Katze entlaufen – ein weit verbreiteter Irrtum

Ebenso sprichwörtlich wie die Zähigkeit und Überlebensfähigkeit von Katzen ist ihre Ortsgebundenheit. Sie sind wahre Gewohnheitstiere und verlassen ihren einmal auserkorenen bzw. angestammten Wohnsitz nur ungern. Insofern ist die Annahme, das Tier sei willentlich oder vorsätzlich entlaufen, meist unbegründet. Dennoch gibt es natürlich eine ganze Reihe von Anlässen, infolge derer die Katze als vermisst gilt:

Ein ganz natürliches Bedürfnis

Nicht kastrierte Kater haben einen nahezu unbändigen Drang, das bequeme Heim zeitweilig zu verlassen. Während ihrer Wanderungen in lauen Frühlings- oder milden Herbstnächten erhöht sich ihr Aktionsradius um ein Vielfaches. Ist die Katze, die Du vermisst, ein männliches Tier im Vollbesitz seiner naturgegebenen Kräfte, besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass es diesen einfach nachgegeben hat.

Auf seine baldige Rückkehr kannst Du lange warten, denn der Unternehmensgeist nicht kastrierter Kater ist schier grenzenlos. Sowohl in Bezug auf die Reviermaße als auch hinsichtlich der Zeitspanne, welche zur Erkundung angesetzt wird, sind die Tiere recht großzügig. Einzelne Exemplare erweitern ihren Claim während der Rolligkeit auf bis zu 1.000 m² und entfernen sich entsprechend weit von ihrem Wohnsitz. Da sie das Areal mehrmals täglich auf Veränderungen prüfen und gegen Eindringlinge verteidigen, bleiben sie praktischerweise gleich „vor Ort“. Nicht jede Katze, die vermisst wird, ist also zwangsläufig in einer Notlage. Vielfach hat sie einfach nur ihren Spaß.

Seltener als gedacht

Mit dem Vergnügen erhöht sich allerdings auch das Risiko. Gerade im Rahmen von Revier- und Konkurrenzkämpfen steigt die Verletzungsgefahr rapide. Viele unternehmungslustige Tiere machen sich erst nach erlittenen Wunden wieder auf den Heimweg. Wenn Du Deine Katze vermisst und ausschließen kannst, dass sie sich auf einem Streifzug befindet, ist sie also möglicherweise verletzt. Doch selbst das muss aus ihrer Sicht noch nichts bedeuten, denn auch hier kommt wieder die redensartliche Zähigkeit ins Spiel.

Tatsächlich stecken Katzen Riss-, Biss- oder Kratzwunden erstaunlich gut – und vom Besitzer oft völlig unbemerkt – weg. Als Vierbeinern macht ihnen nicht einmal die Verletzung einzelner Pfoten oder Beine etwas aus. Auch leichte bis mittlere Vergiftungen kurieren sie durch heftiges Erbrechen oft selbstständig aus. Lediglich bei Brüchen und dem Verlust oder der Einschränkung von Sinnesorganen reagieren die meisten Tiere recht hilflos.

Meister der Tarnung

Doch auch wenn diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, sind die Gründe, warum eine Katze vermisst wird, häufig viel profaner. Bevor Du eine groß angelegte Suchaktion startest oder Dir unnötig Sorgen machst, solltest Du alle frei zugänglichen Bereiche gründlich kontrollieren. Als ursprüngliche Höhlenbewohner und perfektionistische Lauerjäger sind Katzen wahre Tarnmeister. Sie verkriechen sich gern oder beziehen Stellung auf erhöht liegenden Plätzen – so dass sie auf den ersten Blick nicht gleich zu entdecken sind.

Selbst dort wo Dein Tier sich am häufigsten aufhält und Du scheinbar jeden seiner Lieblingsorte kennst, kann eine Katze als vermisst gelten. Überlege in solchen Fällen genau, ob vorübergehend eine Tür, ein Fenster oder eine Schublade offengestanden hat. Auch wenn es nur für kurze Zeit war, genügt diese Spanne, um eine neugierig umherstreifende Katze aus- oder einzusperren. Ist es in dem gerade erst entdeckten Versteck besonders gemütlich und ruhig, kann es durchaus sein, dass die Katze vermisst wird, selbst aber gar nicht gefunden werden will – sondern in aller Ruhe ein Schläfchen hält. Denke bei Deiner Suche immer daran, dass Deine Samtpfote Wärme, Dunkelheit und Sicherheit liebt. Sieh also auch an entlegenen Stellen wie in der Waschmaschinen-Trommel, hinter den Büchern im Regal oder unter dem Küchenschrank nach!

Vor Angst handlungsunfähig

Häufig wird eine Katze, die zunächst als vermisst gemeldet wurde, auf dem Dachboden oder in einem Abstellraum wiedergefunden – und das, obwohl dort dutzendfach nach ihr gesucht worden ist. Grund für das plötzliche Wiederauftauchen ist, dass sich die Tiere in einer Art Panikreaktion verstecken. Weil sie weder wissen, wie sie in das Gebäude hineingeraten sind, noch wie sie wieder herauskommen, verkriechen sie sich in den scheinbar sichersten Winkel.

Verlass Dich bei der Suche nach einer Katze, die Du vermisst, also niemals darauf, dass sie sich durch Mauzen bemerkbar macht. Die ungewisse Situation, in der sie sich befindet, lähmt buchstäblich alle Sinne und macht die Tiere sowohl bewegungs- als auch kommunikationsunfähig. Darüber hinaus geben Katzen ihr typisches „Miau!“ nur dann von sich, wenn sie ihrem Menschen etwas mitteilen möchten. Sehen oder hören sie ihn nicht, haben sie keinen Anlass, nach ihm zu rufen.

Erste Hilfe

Daraus folgt, dass Du selbst dafür sorgen musst, von der Katze bemerkt zu werden. Mach all die Geräusche, die ihr vom täglichen Umgang mit Dir vertraut sind: Ruf sie beim Namen, pfeif eine ihr bekannte Tonfolge, lass Deine Schritte erklingen oder klappere mit den Futterschüsseln. Da Katzen abend- und nachtaktiv sind, solltest Du diese Maßnahmen zu entsprechenden Zeiten wiederholen – idealerweise natürlich dort, wo sie sich vermutlich versteckt hält.

Informiere Deine Nachbarn und einen eventuell tätigen Hausmeister darüber, dass Du Deine Katze vermisst. Oft sind sie es, die üblicherweise verschlossene Türen offen lassen bzw. das Tier versehentlich in einem Raum einschließen. Liegt das Revier der Katze in der Nähe einer Kinder-Einrichtung, wende Dich an die dort beschäftigten Personen. Häufig übernehmen sie zur Freude der Kleinen Patenschaften für scheinbar herrenlose Tiere – und haben Deine Katze durch Verwöhnen von Dir entwöhnt.

Öffentlichkeitsarbeit für die Katz‘

Führen die oben beschriebenen Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, solltest Du Dich an die Öffentlichkeit wenden. Diesbezüglich stehen Dir zahlreiche Medien zur Verfügung. Außer über Handzettel und Plakate kannst Du per Inserat in Tageszeitungen und Ortsblättern oder im Internet um Hilfe bei der Suche bitten. Auch soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter und Co. sind eine Variante, Deine Katze als vermisst zu melden. Hier findest Du nicht nur tatkräftige Unterstützung, sondern oft auch tröstenden Zuspruch und hilfreiche Tipps, wie Du weiter vorgehen kannst.

Auffangstation Tierheim

Last – but not least – bietet sich eine Suchanfrage beim örtlichen Tierheim an. Hier landen neben mutterlosen Kitten und offensichtlichen Streunern auch gepflegte Haus- und Rassekatzen. Ganz einfach deshalb, weil es vielen Findern schwerfällt, herrenlose Tiere lokal zuzuordnen oder weil sich am direkten Fundort kein Such-Plakat befindet. Auch Veterinär-Praxen können eine Hilfe für denjenigen sein, der seine Katze vermisst. Denn Tierfreunde, die einen vermeintlich streunenden Vierbeiner aufnehmen, lassen ihn in der Regel zuvor gründlich untersuchen. Bei dieser Gelegenheit können unter die Haut implantierte Chips oder Ohrmarken ausgelesen und der Besitzer ermittelt werden.

 

Bildquelle: ©  777546 / pixabay.com

 

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