Katzenkrallen schneiden – was zu beachten ist

Unter bestimmten Voraussetzungen kann es erforderlich werden, den Katzen die Krallen zu schneiden. Für gewöhnlich kümmern sich die Vierbeiner selbst darum, doch insbesondere Hauskatzen benötigen hierbei Unterstützung. Insbesondere gilt dies auch bei hohem Alter, Übergewicht oder Krankheit. Wie das Krallenschneiden funktioniert und was es dabei zu beachten gibt.

Aufbau einer Katzenkralle

Katzenkrallen setzen sich aus einer harten Nagelsubstanz – dem sogenannten Krallenhorn – zusammen, welches laufend nachwächst. Damit wird gewährleistet, dass die Krallen stets zum Kratzen sowie als Verteidigungsinstrument zur Verfügung stehen. Hierzu wird in regelmäßigen Abständen die äußere Schicht abgestoßen, wobei dieser Vorgang durch das Kratzen an geeigneten Gegenständen (z.B. Kratzbaum) zusätzlich gefördert wird. Aus diesem Grund finden sich immer wieder auch leere Krallenhülsen in der Wohnung, die sich im Zuge des Krallenwetzens abgelöst haben. Im Inneren der Krallen ist das rosafarbene Krallenbein bzw. Mark zu erkennen, welches Blutgefäße sowie Nerven umfasst.

Funktionsfähigkeit der Krallen entwickelt sich erst

Bereits bei der Geburt der Katzen sind die Krallen vollständig angelegt, wobei sie im Mutterleib zum Schutz der mütterlichen Gebärmutter noch mit einer Schutzhülle versehen sind. Etwa ein, zwei Tage nach der Geburt trocknet diese Hülle ein und fällt von selbst ab. Als besonders hilfreich erweisen sich die Krallen bereits in den ersten Lebensjahren, wenn sich die Kätzchen durch das Fell der Mutter ihren Weg zur Milchquelle bahnen. Dort finden sie mit Hilfe der Krallen auch den erforderlichen Halt. Das Einziehen der Krallen ist den kleinen Katzen eine ganze Weile nicht möglich, weshalb es auch immer wieder zu Verletzungen unter den Katzengeschwistern kommen kann. Irgendwann ist die Entwicklung der Kätzchen so weit fortgeschritten, dass sie ihre Krallen bei Bedarf willkürlich und blitzartig ausfahren können. Selbst danach dauert es noch einige Wochen, bis die Katze eine wunschgemäße Kontrolle über die Krallen ausüben kann.

Warum Krallen für Katzen unentbehrlich sind

Katzenkrallen üben neben Verteidigung und Angriff weitere wichtige Funktionen aus. Nur diese versetzen die Tiere in die Lage, nach Beutetieren sowie Spielzeugen zu angeln, diese zu fangen und festzuhalten. Insofern lassen sich diese auch mit menschlichen Fingern vergleichen. Erst die Krallen ermöglichen es den Kletterkünstlern, hochgelegene Plätze zu erstürmen, welche ansonsten kaum zu erreichen wären. Gekonnt versenken die Katzen hierbei ihre Krallen in die Baumrinde oder den Katzenbaum, um Stück für Stück den Gipfel zu erklimmen – auch in komplett senkrechter Lage. Mittels Kratzen an markanten Punkten markieren Katzen ihr Revier und beeindrucken andere mit Imponierkrallenschärfen. Nicht zuletzt wird mit den Krallen im Katzenklo das kleine oder große Geschäft gedeckt.

Weshalb Krallenschneiden so wichtig ist

Während sich bei zahlreichen Freilaufkatzen die Krallen durch deren Einsatz in der Natur selbständig abnutzen, müssen Besitzer von Wohnungskatzen sehr oft helfend eingreifen. Schließlich ist das bloße Wetzen der Krallen am Kratzbaum längst nicht immer ausreichend. Dabei können lange Krallen für die kleinen Jäger äußerst unangenehm, in bestimmten Fällen sogar gefährlich sein. Dies etwa dann, wenn sie laufend am Kratzbaum, im Teppich oder an anderen Stellen hängenbleiben, bis sie sich irgendwann verhaken und ihre Pfote nicht mehr frei bekommen, ohne sich die Kralle blutig ein- oder gar auszureißen. Vor allem die Daumenkralle an der Innenseite der Vorderpfote ist angesichts ihrer Tendenz, in einem kreisrunden Bogen zu wachsen, sehr tückisch. So kommt es immer wieder zu eingewachsenen Daumenkrallen, die für das Tier besonders schmerzvoll sind. In solchen Fällen kann oft nur der Tierarzt helfen. Doch Katzenkrallen schneiden bringt auch für den Katzenbesitzer selbst Vorteile mit sich. Während des Spielens sind die Katzen zumeist so auf das Spielzeug fixiert, dass sie ungewollt die „mitspielende“ Person verletzen. Ärgerlich wird es auch dann, wenn die Katzen ihre langen Krallen in Vorhängen, Kleidungsstücken oder Sofabezügen bohren. Zu ernsthaften Verletzungen kann es ferner beim Herumtollen mit anderen Katzen oder im Anschluss an den Deckung kommen.

Katzenkrallen schneiden – so funktioniert`s

Wer sich diesen Schritt selbst nicht zutraut, kann die Krallen auch von einem Tierarzt schneiden lassen. Allerdings ist diese Prozedur nicht schlimm und beim Beachten gewisser Grundregeln recht schnell und schmerzfrei erledigt. Hierzu wird die Pfote zwischen Zeigefinger und Daumen gehalten, und leicht auf das vorderste Zehenglied gedrückt. Auf diese Weise spreizt sich die jeweilige Zehe, die Kralle tritt aus und wird so deutlich sichtbar. Die Ruhephase der Katze ist hierfür ein idealer Zeitpunkt, da sich bei einer hellwachen Katze in Action dieses Vorhaben schwieriger umsetzen lässt. Äußerst wichtig ist es, das richtige Werkzeug zu benutzen. Keinesfalls sollte eine Küchen- oder Nagelschere zum Einsatz kommen, da diese die Krallen oftmals nur splittern lassen würden. Stattdessen ist eine geeignete Krallenschere aus dem Tierfachhandel zu verwenden. Diese sind so konzipiert, dass sich die Krallen zügig und ohne viel Kraftaufwand kürzen lassen. Für die Katze ist das Krallenschneiden in der Regel keine Tortur, solange hierbei nicht Blutgefäße und Nerven, die im Inneren der Kralle verlaufen, verletzt werden. Deren Verlauf ist allerdings leicht an der rosa Färbung unterhalb der transparenten Hornschicht zu erkennen. Schwieriger wird es bei dunkel gefärbten Krallen. Sehr hilfreich ist es in diesem Fall, die Kralle gegen das Licht zu halten. An der Stelle, wo es nicht durchscheint, sitzen die empfindlichen Gefäße. Sollten diese dennoch verletzt werden, folgt eine leichte Blutung, die allerdings nicht bedrohlich ist und von selbst verheilt. Doch beim Tier sorgt dieser Missstand für Stress und Schmerz, weshalb sie das Krallenschneiden nicht gerade in bester Erinnerung behalten werden.

Krallen schneiden leicht gemacht

Weil diese Prozedur bei der Katze ohnehin nicht für Freudensprünge sorgen wird, sollte diese schnell erledigt werden. Dafür musst Du Dein Tier fest im Griff haben, ohne dieses dabei zu verletzen. Am besten wird der Stubentiger halb sitzend auf den Schoß genommen und zwischen Rippen und Arm geklemmt. Eine zweite Person kann als Unterstützung gerne hinzugezogen werden. Ein sanftes Drücken auf den Pfotenballen führt bereits zum Ausfahren der Krallen. Jetzt sollten diese zügig aber behutsam an allen fünf Stellen der jeweiligen Pfote – hinten sind es lediglich vier – geschnitten werden. Zu Blutgefäßen und Nerven sollten etwa drei Millimeter Abstand gelassen werden. Die Schnittlinie sollte dem natürlichen Krallenwuchs entsprechen. Entfernt werden sollte auch der sogenannte Krallenschuh, also die locker sitzende Hülle der Kralle. Erst dann ist es dem Stubentiger wieder möglich, seine Krallen zu schärfen. Zur Pfotenpflege gehört ferner auch die Versorgung rissiger sowie trockener Pfotenballen, von denen insbesondere Freilaufkatzen betroffen sind. Gut behandeln lassen sich diese mit Cremes, wobei vor allem Rescue-Salben, Bepanthen, Bio-Honigsalbe sowie naturbelassenes Melkfett geeignet sind. Damit diese nicht sogleich wieder abgewischt werden, bietet es sich an, diese während des Schlafs der Katze aufzubringen.

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