Parasiten

 

Milben, Flöhe, Zecken und andere Parasiten

Klein und unsichtbar – aber von lästig bis tödlich

Katzen sind wundervolle Tiere. Eine ihrer ansprechendsten Eigenschaften ist ihre Reinlichkeit. Wenn sie nicht schlafen, dann putzen sie sich meistens. Schon Paul Gallico schrieb es den Katzen in seinem Roman „Meine Freundin Jeannie“ in den Mund: „Bist du dir im Zweifel – über irgendwas im Zweifel – wasch dich“. Aber all diese Reinlichkeit bewahrt sie nicht davor, sich üble Plagegeister einzufangen. Die Anzeichen dafür werden häufig übersehen. Das geht beim benannten Putzen los: Katzen putzen sich sowieso ständig, da fällt nicht sofort auf, dass sie sich „noch mehr“ waschen. Ebenso können Bocksprünge als „dolle fünf Minuten“ missverstanden werden. Und wenn ein dicker Kater mal spürbar an Gewicht verliert, dann freut das den Besitzer zunächst. Aber als verantwortungsvoller Katzenhalter sollte man stets – besonders bei Freigängern – ein scharfes Auge auf seinen Liebling halten. Die kleinen Teufel lauern täglich und überall.

Endo oder Ekto?

Man unterscheidet bei Parasiten zwischen inneren und äußeren Erscheinungsformen. Innerer Befall werden Endoparasiten genannt, alles was sich draußen andockt ist ein Ektoparasit. Das besonders perfide an den Blutsaugern und Würmern ist, dass sie häufig gleich im Trupp auftreten.

Zecke

Parasiten, wie diese Zecke, befallen gerne Katzen. Ein schnelles Handeln seitens der Besitzer ist bei einem Befall zwingend notwendig, da sie den kleinen Lieblingen schaden können.

Eine Zecke bringt gleich die Borrelien mit, der Floh hat die Spulwürmer als Passagiere dabei und in der aufgekratzten Milbenstelle kann sich wunderbar gleich ein Pilz einnisten. Das muss nicht immer sein aber bei festgestelltem Befall, sollte auch immer mit Nachzüglern gerechnet werden. Die Bekämpfung der Parasiten ist höchst unterschiedlich. Dabei sind die inneren Schädlinge häufig einfacher zu beseitigen als die äußeren. Ohne Chemie geht es aber häufig nicht.

Innere Parasiten sind durch unerklärlichen Gewichtsverlust, Würmern im Stuhl oder Mattigkeit der Katzen festzustellen. Die regelmäßige Entwurmung gehört deshalb für jeden Freigänger dazu. Aber Würmer können sich auch in der Lunge oder an vielen anderen Stellen der Katze ansiedeln. Hier hilft nur: Stets die Augen offen halten und im Zweifel den Tierarzt seines Vertrauens aufsuchen. Meistens sind die Plagegeister gut zu bekämpfen und zu besiegen.

Gut im Griff: Zecken

Eklig sind sie alle. Bei Zecken ist ein Befall aber noch relativ einfach in den Griff zu bekommen. Zecken sind kleine Spinnentiere, die sich durch das Saugen von Blut ernähren. Dabei ist wichtig zu wissen, dass Zecken nur drei Mal Blut saugen und sich danach ins nächste Entwicklungsstadium begeben. Man erkennt das an ihrer Größe und ihrer Farbe. Direkt nach dem Schlupf sind Zecken winzig klein und mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen. Sie beißen sich häufig zwischen den Zehen eine Katze fest. Sie sind weiß gefärbt und in diesem Stadium ungefährlich. Sind sie aber braun oder schwarz, haben sie sich schon zwei Mal gehäutet – und damit schon zwei andere Tiere bereits gestochen. Dort können sie sich mit anderen Parasiten infiziert haben. Nach einem Zeckenbefall sollte die Katze also beobachtet werden.

Das Bild zeigt die Trixie Zeckenzange, erhältlich auf schleckermaul.de

Zur Entfernung von Zecken ist es ratsam das richtige Werkzeug zu benutzen. Die Trixie Zeckenzange von schleckermaul.de hilft dabei den Parasiten vollständig zu entfernen.

Meistens bringt eine Katze nicht mehr als drei oder vier Zecken von einem Freigang mit. Man entdeckt sie leicht bei der täglichen Schmuserunde. Zum Entfernen einer Zecke darf nur die spezielle Zeckenzange verwendet werden! Einfach die Zecke direkt hinter dem Kopf packen und herausziehen oder drehen. Dabei darf man den Kopf nicht abreißen, also mit Gefühl arbeiten! Die Zecke überlebt diesen Eingriff und wird wieder aktiv. Also sofort das Mistviech töten! Man kann sie beispielsweise auf eine heiße Herdplatte fallen lassen.

Es gibt aber auch Sommer, da ist der Befall von Zecken extrem. Man glaubt es nicht, aber auf einer Katze finden bis zu tausend dieser Blutsauger Platz. Bei massivem Befall muss die Katze zum Tierarzt, denn eine Antibiotikaspritze ist neben der professionellen Entfernung der Plagegeister dann zwingend notwendig.

Springende Teufelchen mit Vermehrungstrieb: Flöhe

Flöhe sind ebenso lästig wie Zecken, haben aber eine unangenehme Eigenschaft: Sie benötigen nicht wie Zecken das feuchte Erdreich für die Vermehrung sondern können ihre Eier auch durchaus in der Wohnung legen. So wandert eine Katze mit Flohbefall wie ein Salzstreuer durchs Haus und verteilt überall die kleinen Floheier. Auch sind Flöhe nicht so leicht zu packen wie Zecken. Sie sind mobil und krabbeln überall auf der Katze herum. Ungewöhnliche Bocksprünge der Katzen sind ein Anzeichen darauf, dass sie gerade von einem solchen Blutsauger gepiesakt wird. Der Test ist dagegen ganz einfach: Man kämmt die Katze gründlich. Entdeckt man dabei schwarze Krümel, legt man diese auf ein feuchtes Küchentuch. Wenn sie sich rot färben, hat die Katze Flöhe, denn diese Krümelchen sind der Flohkot. Er besteht aus unverdauten roten Blutkörperchen der Katze.

Bild einer Katze und eines Flohs

Hat sich eine Katze erst einmal Flöhe eingefangen, vermehren sie sich diese rasant. Die Tiere können diese kleinen Parasiten auch auf den Menschen übertragen.

Flöhe müssen an mehreren Fronten bekämpft werden. Nicht nur die Katze selbst muss so schnell wie möglich wieder flohfrei gemacht, auch das Haus muss gründlich dekontaminiert werden. Für die Katze gibt es einige Tinkturen, Nahrungszusätze und Halsbänder, die den Flohbefall bekämpfen. Bei ausbleibenden Erfolg sollte man den Tierarzt um Rat fragen. Die Wohnung muss hingegen einige Tage lang gründlich gesaugt werden. Dazu gehört auch, spezielles Flohgift in den Staubsaugerbeutel zu deponieren. Damit sterben die aufgesaugten Eier zuverlässig ab. Das sollte unbedingt beachtet werden, sonst erreicht man das genaue Gegenteil: Der Staubsauger wird zur unbemerkten Brutstätte, aus der die Plagegeister ohne weiteres entkommen können.

Vorsichtig sollte man dagegen beim Hinzuziehen von Kammerjägern sein. Ein Kammerjäger kann zwar alle Arten von Ungeziefern zuverlässig bekämpfen – er vergiftet aber mit seiner Arbeit stets das ganze Haus gleich mit. Für Kinder, Allergiker oder Asthmatiker kann eine Wohnung, in der ein Kammerjäger gehaust hat, schnell unbewohnbar werden. Ein Tip dazu: Lassen Sie sich gründlich beraten. Eine CO2 Behandlung ist beispielsweise ziemlich teuer aber sehr wirksam und ohne jede Folgeschäden. Eine CO Behandlung leistet ähnliches und entfernt gleichzeitig alle sonstigen Geruchsherde im Haus. Jegliche Form von Giften gehört aber nur so sparsam wie möglich dosiert! Ganz falsch ist deshalb die eigenmächtige und unsachgemäße Verwendung von Sprays oder Foggern!! Es gab schön Fälle, in denen Häuser wegen übermäßigen Gebrauchs von Giften abgerissen werden mussten!

Unsichtbar und übermächtig: Milben

Milben sind besonders perfide Parasiten. Sie sitzen nicht auf der Haut wie Zecken oder Flöhe, sondern darin. Man erkennt sie nur indirekt an den roten Verfärbungen. Die häufigste Form der kleinen Spinnentiere sind die Herbstgrasmilben. Sie nisten an den fellfreien Stellen zwischen den Zehen der Katze. Man erkennt dies daran, dass die Katze dort heftig kaut und beißt. Beim Inspizieren kann man dann die Eier und roten Stellen sehen. Die Versuche, die Eier abzuknibbeln kann man sich sparen. Sie sitzen bombenfest und man tut nur der Katze weh. Man mag sich nicht vorstellen, wie sehr das jucken muss aber leider ist gegen diese Plagegeister noch kein wirksames Mittel erfunden worden. Man kann der Katze aber insofern Erleichterung verschaffen, indem man ihr Medikamente verabreicht, die den Juckreiz hemmen. Dennoch lohnt sich stets ein Besuch beim Tierarzt. Die Pharmaindustrie erfindet ständig etwas Neues und es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis gegen diese Plagegeister etwas erfunden wurde.

Gut in den Griff zu kriegen sind hingegen die Ohrmilben. Die kleinen Teufelchen haben die Ohren der Katzen als ihren Lebensraum entdeckt und tummeln sich dort leicht zu Hunderten. Die Katze schüttelt dann heftig mit dem Kopf oder versucht sich dort zu kratzen. Der Tierarzt hat hier die richtige Behandlung parat, mit der Ohrmilben vollständig entfernt werden können. Mit der Konsultation sollte aber nicht gezögert werden. Erstens ist der Juckreiz für die Katzen absolut schrecklich und zweitens kann eine Katze durch Ohrmilben taub werden.

Keine Panik bei Parasiten

Bild einer Zecke beim Blutsaugen

Hat sich eine Zecke erst einmal festgesaugt, ist es schwierig sie von der Katze zu entfernen. Bei einem Biss übertragen Zecken gefährliche Krankheitserreger. Daher sollte die Entfernung innerhalb kürzester Zeit erfolgen, um das Risiko einer Infektion zu verringern.

So widerwärtig die Parasiten auch sind, Panik ist bei Befall unangebracht. Gerade bei Freigängern gehört der regelmäßige Befall durch die Blutsauger einfach zum Katzenleben dazu. Die Veterinärmedizin hat aber inzwischen alle Arten von Parasiten gut im Griff. Es ist doch schön, wenn man seinem kleinen Schmusetiger auch mal richtig was zurück geben kann, indem man ihn von den Plagegeistern befreit.

Bildquelle:
Bild 1: © iStock.com / Neostock
Bild 2: © Carola-Schubbel / fotolia.com
Bild 3: © schleckermaul.de
Bild 4: © iStock.com / cranach
Bild 5: © iStock.com / Henrik_L

1 Comment

  1. Karin sagt:

    Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen uns mitteilt. Danke dafür.
    Gruß Karin

Hinterlasse einen Kommentar