Kartäuser

Die Rassekatze Kartäuser

Die Chartreux ist eine französische Rassekatze mit blaugrauem Fell und bernsteinfarbenen Augen. In Deutschland ist die Katze auch unter dem Namen Kartäuser bekannt. Eine charmante Beschreibung, die ihrem Aussehen und Charakter sehr nahe kommt, ist „La belle Française“, was soviel heißt wie „die schöne Französin“.

Herkunft und Geschichte

Die ursprüngliche Heimat der Rassekatze Chartreux liegt nach allgemeiner Erkenntnis im Nahen Osten. Sie stammt entweder aus den syrischen Bergen oder der felsigen Gebirgsregion zwischen dem Iran und der Türkei, wo ihr wolliges, dichtes Fell sie vor kalten Temperaturen schützte. Man nimmt an, dass die Katze bereits in den Zeiten der Kreuzzüge über die verschiedenen Handelswege zwischen Orient und Europa nach Frankreich gelangte. Lange Zeit diente die heutige Rassekatze Chartreux als Nutztier. Aus ihrem Fell wurden Pelze hergestellt, und Metzger schätzten ihr muskelreiches Fleisch, so grausig das heute klingen mag.
Es gibt zwei Hauptrichtungen an Spekulationen, woher der Name der Chartreux stammt. Angeblich wurde er abgeleitet von den Kartäusermönchen, die die Rassekatze der Legende nach in Frankreich eingeführt hätten. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Bezeichnung von einer ähnlich gefärbten Wolle herrührt: der „Pile des Chartreux“, einer Importwolle aus Spanien. Erste schriftliche Zeugnisse über die Katze sind aus dem 16. Jahrhundert bekannt. Der Name „Chat des Chartreux“ (für „Kartäuserkatze“) taucht zum ersten Mal in einem 1723 erschienenen Lexikon auf.
Die moderne, selektive Zucht der Chartreux als Rassekatze begann in den 1920er Jahren durch die Geschwister Léger auf der Insel Belle-Île in der Bretagne. Auf der Insel gab es zu der Zeit eine große Population wildlebender Katzen mit grauem Fell und gelben Augen, den Vorläufern der Rassekatze. Nach den ersten Züchtungsversuchen mit den schönsten Exemplaren dieser Katze war es offensichtlich, dass sich die blaugraue Farbe und andere wesentliche Merkmale bei den Nachkommen durchgängig wiederholten. Die Schwestern Léger legten somit den Grundstein für die heutige Zucht der Chartreux als Rassekatze. Anfang der 1930er Jahre wurde ihre Katze „Mignonne de Guerveur“ auf einer Ausstellung in Paris als „schönste“ Rassekatze der Art Chartreux ausgezeichnet.
Die Auswirkungen des 2. Weltkriegs brachten es mit sich, dass die Zahl an Zuchttieren der Rassekatze erheblich reduziert war und dadurch eine hohe Inzuchtgefahr bestand. Viele Züchter kreuzten deshalb die ihnen verbliebenen Chartreux zur Auffrischung mit der Rasse Britisch-Kurzhaar, andere auch mit Persern. Chartreux und Britisch-Kurzhaar ähnelten sich dadurch im Laufe der Zeit immer mehr. Aus diesem Grund beschloss der Weltverband FIFe 1970, beide Rassen zusammenzulegen.
Zwei französische Züchter, Simonnet und Jaquemin, wehrten sich vehement gegen diese Entscheidung. Sie gründeten den „Club de Chat des Chartreux“, dem sich viele andere Kollegen anschlossen, um für den Erhalt der Rassekatze und gegen die Vermischung mit anderen Katzenrassen zu kämpfen. Vor allem Simonnet gab sich unbeugsam. Ihm ist es letztendlich zu verdanken, dass die Katze seit 1977 wieder als eigenständige Rasse geführt wird.

Aussehen und Statur der Chartreux Rassekatze

Die Chartreux ist eine mittelgroße bis große, kräftige und muskulöse Katze. Die Kater sind größer und mit sechs bis sieben Kilo Gewicht auch schwerer als die weiblichen Tiere (vier bis fünf Kilo). Wie schon beschrieben, ist das kurze Fell der Katze durchgängig blaugrau gefärbt ohne jegliches Muster und von einer dichten, wolligen Struktur. Die Augen der Katze sind leicht schräg gestellt und immer intensiv bernsteingelb.

Chartreux Kartäuser Rassekatze

Die Chartreux Rassekatze wurde in der Vergangenheit mit der Britisch-Kurzhaar und der Perserkatze gekreuzt, so dass die Rassen sich im Laufe der Zeit immer mehr ähneln.

Der Kopf hat eine deutliche Trapezform, Nase, Schnauze und Backen sind gut ausgeprägt, letztere vor allem bei ausgewachsenen Katern. Jungtiere weisen in ihrem Fell häufig Ringe und Streifen auf, die nach etwa einem Jahr verschwunden sind. Die Rassekatze hat einen massiven, aber immer gut proportionierten Körper, aber bei ausgewogener Ernährung wird sie niemals dick oder unförmig. Der Schwanz der Chartreux ist am Ansatz dick, und läuft gerade in ein leicht spitzes Ende aus. Ihr Gesamtbild zeigt eine solide, gesunde und kräftige Rassekatze.

Die Charaktereigenschaften der Chartreux

Die Kartäuser ist eine unkomplizierte Katze. Ihr Charakter ist freundlich, ruhig und gesellig. Sie mag Kinder und ein ausgeprägtes Familienleben, ist auch Besuchern gegenüber sehr aufgeschlossen. Darüber hinaus verträgt sie sich meistens ohne Probleme mit vorhandenen Hunden. Man kann die Katze leicht an eine Leine legen, um Spaziergänge zu machen. Nicht umsonst nennt man sie in Frankreich auch „Chat de chien“ („Hundskatze“). Alles in allem eignet sich die Kartäuser Katze hervorragend für die Haltung in Wohnungen, sie unternimmt aber durchaus gerne ihre Streifzüge durch Gärten und ist eine gute Jägerin von Mäusen und Vögeln.

Ernährung, Erziehung und Pflege der Katze

Die Kartäuser Katze hat in der Regel einen sehr gesunden Appetit. Meistens bevorzugt sie Fleisch. Wichtig ist aber vor allem, dass ihre Fressgewohnheiten nicht durch radikale Änderungen unterbrochen werden. Ausführliche Informationen werden dem neuen Besitzer von den Züchtern gerne mit auf den Weg gegeben. Handelt es sich um eine erwachsenes und kastriertes Tier, sollte man auch bei dieser Rassekatze immer die Figur im Blick haben und für möglichst viel Bewegung sorgen, damit ihre natürlich-schöne Statur nicht leidet.

Kartäuser Rassekatze (Chartreux)

Die Kartäuser Rassekatze hat ein freundliches, ruhiges und geselliges Wesen.

Eine gute Erziehung der Katze beginnt bereits beim Züchter. Dazu gehören Sauberkeit, Ernährungsgewohnheiten und nicht zuletzt ein schonender Umgang mit häuslichem Mobiliar. Deshalb sollte man sich die Tipps des Züchters zu Herzen nehmen und nicht eine völlig andere „Pädagogik“ anwenden. Die Chartreux ist eine Katze mit gewissen Ritualen und braucht einen regelmäßigen Alltag. Dazu gehören auch Gefühle von Nähe, Geborgenheit und jede Menge Streicheleinheiten.
Die Rassekatze ist bei richtiger Pflege relativ unempfindlich und wird nur selten zum Tierarzt müssen, außer bei den notwendigen Impfungen. Kälte und Schnee machen ihr wenig aus, wenn sie im Anschluss einen warmen Schlafplatz hat. Die Chartreux mag eine regelmäßige Fellmassage mit einer weichen Naturhaarbürste.
Wer diese Hinweise beachtet und ernst nimmt, wird lange Freude an seiner Katze haben. Mit einer Kartäuser bekommt der Besitzer eine unkomplizierte Rassekatze. Nicht umsonst wird die Charteux in Deutschland zunehmend beliebter.

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