Clickertraining

Das Clickertraining bei Katzen

Das Clickertraining ist eine Methode, bei der Katzen mithilfe des Clickers, das heißt eines Knallfroschs, trainiert werden. In Verbindung mit dem Clicker, der ein gleichklingendes Geräusch erzeugt, welches in der normalen Umgebung von Katzen nicht vorkommt, und einem Vermittler lernt die Tiere.
Als Vermittler dient normalerweise Futter. Das kann das Trockenfutter sein oder aber auch spezielle Leckerlis, was auch immer die Katze gerne mag. Die Belohnung wird dabei am Besten in einem Futterbeutel oder einer Dose aufbewahrt. Hat die Katze beim Training die gewünschte Reaktion gezeigt, bekommt sie ein Stückchen davon. So lernt sie, das klickende Geräusch mit der Belohnung zu verbinden.

Warum wird es angewandt?

Katze und Maus

Wenn die Katze keine Maus fangen kann, wird Ihr schnell langweilig

Das Clickertraining kann eine Möglichkeit bei unliebsamen Verhaltensweisen, der Erziehung oder aber eine Beschäftigungstherapie für Katzen sein. Wer jetzt denkt, Katzen kann man nicht trainieren, der irrt. Jedes Tier ist lernfähig und kann daher trainiert werden. Wo Nutz- beziehungsweise Haustiere wie Hund oder Pferd seit jeher trainiert werden, um ihren Aufgaben nachzukommen, war das bei Katzen gar nicht nötig. Denn sie erfüllen von Natur aus ihre Aufgabe: das Fangen von Mäusen auf dem Hof. Da in der heutigen Zeit aber mehr Katzen im Haus statt auf dem Bauernhof gehalten werden, kommt für das Tier schnell Langeweile auf. Auch bei ängstlichen Katzen hat sich das Clickertraining bewährt.
Lernen Katzen mithilfe Clickertraining, dass sie für gewünschtes Verhalten belohnt werden, zeigen sie dieses öfter. Im Umkehrschluss lernt das Tier, dass auf unerwünschtes Verhalten keine Belohnung folgt, weshalb es dieses seltener zeigt. So könnt ihr im Alltag auf spielerische Weise das gute Verhalten belohnen, indem ihr Klickt und sofort ein Leckerchen folgen lasst. Zeigt das Tier ein unerwünschtes Verhalten, nicht schimpfen. Einfach ignorieren. Es folgt kein Klick, keine Belohnung. Katzen merkt sich das schnell. Alltägliche Dinge wie die Fellpflege oder das notwendige Besteigen einer Transportbox können durch das Clickertraining erleichtert werden.

Wie funktioniert es?

Zu Beginn muss die Katze darauf konditioniert werden, dass Clicker und Futter eine Einheit bilden. Um das zu erreichen, übt man jeden Tag ein wenig. Dazu hockt euch vor die Katze. Haltet in der linken Hand den Clicker, in der rechten das Leckerli. Die Katze darf den Happen nicht sehen, ehe es geklickt hat. Direkt nachdem der Clicker betätigt wurde, präsentiert der Katze die Belohnung. Diese Übung sollte man fünf bis zehn Mal wiederholen und das bis zu drei Mal am Tag, um die Grundlage vom Clickertraining zu verfestigen.
Wichtig: Ihr bestimmt, wann die Katze ein Leckerli bekommt und nicht umgekehrt. Hat das Tier erst durchschaut, wo das Futter steckt, wird es vielleicht betteln. Bloß nicht nachgeben!

Clickertraining bei Katzen

Durch das Clickertraining kommen Katzen nicht auf dumme Gedanken, wie in den Schubladen zu wühlen

Bitte achtet darauf, dass das Clickertraining nicht durch Ablenkung gestört werden kann. Keine Spielzeuge im Raum und gerade zu Beginn wenn Möglich auch keine anderen Tiere. Das richtige Timing ist ebenso wichtig, denn Klick heißt gleich Belohnung. Zwischen dem Betätigen des Clickers und dem Zeigen des Leckerlis sollte maximal eine Sekunde verstreichen. Auch unkonzentrierte, wilde oder sehr junge Katzen, die nicht vor euch sitzen bleiben möchten, können mittels Clickertraining geschult werden. Dazu einfach den Clicker betätigen und das Leckerli der Katze hinwerfen. Sie wird schnell lernen, das Klick gleich Futter heißt und nach einiger Zeit auch brav beim Clickertraining vor euch sitzen. Katzen lieben das Spiel. Daher kann mit dem Clickertraining nicht nur besseres Verhalten antrainiert werden. Auch kleine Tricks und Kunststücke können so von Katzen erlernt werden.

Welche Vorteile und welche Nachteile hat es?

Wenn ihr täglich zu festen Zeiten trainiert, wird die Katze das Clickertraining schon bald von sich aus verlangen. Bei täglicher Übung können auch andere beziehungsweise abweichende Übungszeiten antrainiert werden – wenn nicht am Nachmittag, dann eben am Abend. So werden Frustrationen vermieden.
Eine Nebenerscheinung beim Clickertraining kann sein, dass die Katze lernt „zu lernen“ und in ihrem Eifer etwas übertreibt, indem sie Erfolgserlebnisse sucht. Beginnt der lernwillige Stubentiger von sich aus mit Kunststückchen, die euch aber gar nicht gefallen, wie in Schränken oder Schubladen stöbern, die Futterdose runterwerfen oder ähnliches, hilft nur Geduld und besseres Management. Schränke und Schubladen sichern (notfalls mit Sicherheitsartikeln, die bei Kleinkindern genutzt werden) und das Katzenfutter gut verstauen. Zudem sollte mehr Beschäftigung dabei helfen, die Katze vom „Selbst ausprobieren“ abzulenken. Denn nur aus Langeweile und Unterforderung kommen Katzen auf dumme Ideen. Unerwünschte Verhaltensweisen beruhen meist darauf.
Nachteile hat das Clickertraining für Katzen nur dann, wenn der Clicker falsch eingesetzt wird, wodurch nicht das gewünschte Lernziel erreicht wird. Klicken ohne Belohnung ist kontraproduktiv.

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