Kastration

Kastration – Fragen und Antworten zum Thema

Die Kastration der Katzen bietet eine Vielzahl an Vorteilen und sollte von jedem Katzenbesitzer, der nicht züchten möchte. Sie sollte bei einem Tierarzt durchgeführt werden, um die explosionsartige Vermehrung bei frei laufenden Katzen zu vermeiden. Denn eine geschlechtsreife Katze kann pro Jahr bis zu drei Mal Junge bekommen.

Vorurteile

Häufig haben Katzenbesitzer das Vorurteil, dass ihre Katze nach einer Kastration wegen der fehlenden Geschlechtshormone stark an Gewicht zunehmen würde. Diese Gewichtszunahme wird jedoch eher durch eine falsche Ernährung begünstigt, da kastrierte Katzen dazu neigen, mehr zu fressen. Auch eine starke Veränderung des Verhaltens kann nicht bestätigt werden. Ebenso konnte bisher nicht wissenschaftlich bewiesen werden, dass die Frühkastration zu einem erhöhten Risiko in der Bildung von Harnsteinen  führt.

Vorteile

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Kastrierte Kater verkleinern ihr Revier und sind weniger Revierkämpfen ausgesetzt, was ein stressfreieres Katzenleben für Ihren Liebling bedeutet.

Nicht nur eine deutlich höhere Lebenserwartung von Katzen, bei denen eine Kastration durchgeführt wurde, spricht für diesen Eingriff. Auch die Tatsache, dass es bei kastrierten Kätzinnen nicht mehr zur Rolligkeit kommt und bei kastrierten Katern der Drang, das eigene Revier zu markieren, unterdrückt ist, spricht für diese Operation. Denn es kommt zu weniger Revierkämpfen zwischen den Katern, was weniger Verletzungen oder Infektionen und somit auch weniger Stress für das Tier bedeutet. Die Katzen werden nach der Kastration anhänglicher, verschmuster und halten sich mehr in der Nähe ihrer gewohnten Umgebung auf, da sie ihr Revier deutlich verkleinern und sich somit der Aktionsradius verringert.  In vielen Fällen ist nach einer Frühkastration auch der Spieltrieb der Katzen ausgeprägter. Sogar Wohnungskatzen profitieren von einer Kastration, da keine ungewollte Trächtigkeit mehr droht und somit auch zwei Katzen gehalten werden können.  Der Jagdtrieb leidet nicht durch eine Kastration, sondern die Katzen können sich vielmehr intensiver auf die Jagd konzentrieren, ohne vom Sexualtrieb abglenkt zu werden.

Das richtige Alter

In welchem Alter die Kastration bei Katzen durchgeführt werden sollte, ist sehr umstritten. Tierschutzorganisationen empfehlen eine Frühkastration bei Freigängern vor Eintritt der Geschlechtsreife. Gegner der Frühkastration hingegen befürchten, dass sich dieser Eingriff negativ auf die Gesundheit der Tiere auswirken könnte. Denn Kätzinnen werden bereits im Alter von etwa vier Monaten kastriert, während die Geschlechtsreife bei Katern später eintritt, sodass der Eingriff im Alter von fünf bis zehn Monaten erfolgt. Als Hauptgrund gegen eine Frühkastation wird angeführt, dass die Tiere in ihrer Entwicklung gestört würden.

Ablauf der Kastration

Katzen sollten am Operationstag wegen der Narkose ungefähr 8-12 Stunden nüchtern sein, um den Ablauf der Operation nicht unnötig zu erschweren. Bis zwei Stunden vor dem Eingriff dürfen die Tiere noch Wasser trinken. Katzenbesitzer sollten sich am Tage der Operation frei nehmen, um den Stresspegel für das operierte Tier möglichst niedrig zu halten und ihm eine Erholung in gewohnter Umgebung zu ermöglichen.

Bei der Kastration handelt es sich um einen Routineeingriff, der sich jedoch je nach Geschlecht des Tieres unterscheidet. Katern wird während des Eingriffs unter Narkose der Hoden entfernt. Hierzu werden um den Hodensack die Haare entfernt, das Operationsfeld desinfiziert und die Geschlechtsorgane freigelegt. Um mögliche Blutungen zu vermeiden, werden die Geschlechtsorgane zunächst abgebunden und anschließend entfernt. Ein Vernähen der Wunde ist in der Regel nicht erforderlich, da die Wunde von selbst recht gut verheilt. Innerhalb von ein paar Wochen bildet sich der Hodensack fast komplett zurück.

Der Ablauf der Kastration von Kätzinnen ist grundsätzlich ähnlich, jedoch ist die Entfernung der Eierstöcke aufwendiger. Kätzinnen sollten zum Zeitpunkt der Operation nicht rollig sein, damit eine mögliche Nachblutung vermieden wird. Zunächst wird die Bauchdecke ca. 1-2 cm geöffnet und die Geschlechtsorgange vor ihrer Entfernung ebenfalls freigelegt und abgebunden. Die Wunde wird in drei Schichten verschlossen. Dazu wird die Bauchdecke zunächst mit Fäden, die selbstauflösend sind, vernäht. Die oberste Hautschicht wird entweder geklammert oder vernäht, wobei die Entfernung der Nähte dann ungefähr 10 Tage später erfolgt. Manchmal kann es vorkommen, dass die Kastration an der Flanke durchgeführt wird.

Nach der Kastration

Bereits kurze Zeit nach der Kastration können die operierten Katzen nach Hause entlassen werden, um sich im gewohnten Umfeld von dem Eingriff zu erholen. Dafür sollte ein warmes und ruhiges Plätzchen hergerichtet werden, da Katzen nach der Narkose auf Kälte und Geräusche empfindlich reagieren können. Da sie nach der Narkose auch noch etwas wackelig auf den Beinen sein können, sollte das Treppen steigen vermieden werden und auch keine Hindernisse im Weg stehen, an denen sich das frisch operierte Tier verletzen könnte. Die erste Nahrung sollten die Katzen erst dann zu sich nehmen, wenn sie wieder klar bei Sinnen sind. So sollte bei einem Einriff am Vormittag frühestens in den Abenststunden eine kleine und gut verträgliche Portion bereit gestellt werden. Lediglich das Wasser sollte für Katzen jederzeit erreichbar sein. Das Tier sollte im Auge behalten werden, denn es darf nicht an der Wunde knabbern oder lecken. Dazu sollten Katzen, die sich häufig draußen aufhalten, nach der Kastration ein paar Tage im Haus gehalten werden. Da Katzen nach einer Kastration deutlich mehr fressen, sollte die Ernährung entsprechend umgestellt werden, damit es nicht zu einer starken Gewichtzunahme kommt.

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