Stubenkatze

Wie wird meine Katze stubenrein?

Katzen sind von Natur aus sauber. Ihr Fell pflegen sie täglich mehrere Stunden, auch ihre Toilette suchen sie meist problemlos auf. Wenn eine neue Samtpfote in Ihre Familie einzieht, stellt sich trotzdem als allererste Frage, ob die Katze stubenrein ist oder es ohne Probleme wird. Kätzchen lernen meist in sehr kurzer Zeit, ihre Katzentoilette zu benutzen. Problematischer ist, wenn eine ältere Katze plötzlich beginnt, sich stattdessen in einer Wohnungsecke zu entleeren. Aus Sicht der Katze ist dies oft ein Hilferuf, sie benötigt dann dringend die Unterstützung durch „ihre“ Menschen.

Kätzchen brauchen kleine Räume

Junge Katzen aus guter Haltung sind oft bereits stubenrein, wenn sie zu ihrer neuen Familie kommen. Zuvor hat ihre Mutter sie nicht nur gesäugt, sondern beim Putzen auch ihre Ausscheidungen aufgenommen. Wenn die Kätzchen ab der dritten bis fünften Lebenswoche allmählich beginnen, selbst zu fressen, bringt ihnen Mama Katz auch bei, wie sie die Katzentoilette benutzen können.

Katzenkinder und Mutter

Katzenkinder werden in jungem Alter von der Hand der Mutter gepflegt.

Sehr junge Kätzchen, die eine solche Hilfestellung nicht bekommen, sind dabei auf ihren Halter angewiesen. Sobald das Katzenkind beginnt, seine Umgebung zu erkunden und nicht mehr von Hand gesäubert werden muss, wird es regelmäßig – vor allem nach dem Schlafen, Spielen oder Fressen – in seine Katzentoilette gesetzt und zur Lösung animiert. Empfehlenswert sind dafür zunächst flache Schalen, deren Rand das Katzenbaby gut bewältigen kann. Falls es anfangs noch Verständnisschwierigkeiten hat, hilft vielleicht ein „Anwendungsbeispiel“ durch Scharren mit den Fingern in der Streu. Nach verrichtetem Geschäft gibt es ein ausgiebiges Lob und eine Streichelrunde.

Wichtig ist, dass sich die Katzentoilette zunächst zusammen mit Futter- und Trinknapf, Schlaf- und Spielgelegenheiten in einem überschaubaren Raum befindet. Je selbstständiger die Katze wird, desto entfernter kann auch ihr „Badezimmer“ sein. Auch erwachsene Katzen wissen jedoch zu schätzen, wenn sie von ihrem Lieblingsschlafplatz aus dorthin nicht erst in den Keller gehen müssen. Wenn diese Voraussetzungen stimmen, sind sowohl Kätzchen als auch Katzen in ihrem neuen Zuhause oft schon nach dem ersten Geschäft zuverlässig stubenrein.

Sauberkeit und das wirklich angenehme „Katzenklo“

Katzentoiletten gibt es in vielen verschiedenen Versionen – mit und ohne Deckel, als offene Box, mit hohem oder flachen Rand. Ältere Katzen können hier durchaus ihre Präferenzen haben und lehnen ein ungewohntes Modell unter Umständen kategorisch ab, das gleiche gilt oft für die Katzenstreu.

Trixie Katzentoilette

Katzentoiletten gibt es in verschiedenen Ausführungen.

Damit Ihre Katze den Umzug in ihr neues Heim stubenrein bewältigt, empfiehlt es sich, ihr die Toilette und die gleiche Streu anzubieten, die sie bereits zuvor gewohnt war. Für den ersten Tag kann es hilfreich sein, etwas bereits benutze Streu aus ihrem früheren Heim in die Katzentoilette zu legen. Falls Sie die Katzenstreu später wechseln möchten, ist es besser, dies nicht abrupt zu machen, sondern für einige Tage die alte mit der neuen Streu zu mischen. Die Toilette muss der Größe der Katze natürlich angemessen sein – wenn sie zu klein ist, hat das Tier auf Dauer keine Chance, wirklich stubenrein zu werden.

Damit die Katze stubenrein bleibt, ist Sauberkeit die mit Abstand wichtigste Frage. Wenn sich das Tier vor seiner eigenen Toilette ekelt, wird es sich vermutlich bald in einer Ecke lösen. Ein Katzenbaby sucht die Toilette bis zu 15- bis 20-mal täglich auf – entsprechend oft muss diese auch gesäubert werden. Ältere Katzen benutzen sie in größeren Intervallen, legen jedoch ebenfalls höchsten Wert auf einen sauberen Ort. Frische Ausscheidungen werden am besten sofort, mindestens jedoch zwei Mal am Tag entfernt. Die Höhe der Streu muss ausgiebiges Scharren möglich machen. Im Abstand von wenigen Tagen muss die Katzentoilette komplett gereinigt werden. Damit die Katze sie auch danach noch akzeptiert und sich nicht in ihrer Geruchsorientierung gestört fühlt, sollte sie nur mit heißem Wasser ohne Reinigungs- oder Desinfektionsmittel ausgewaschen werden.

Auch eine Einzelkatze sollte möglichst zwei Toiletten zur Verfügung haben, die in einem größeren Haus möglichst auf verschiedenen Etagen stehen. Bei mehreren Katzen bekommt jede ihren eigenen „stillen Ort“ plus eine zusätzliche Toilette für alle Mitbenutzer. Damit die Katzen diese akzeptieren, muss außerdem ein ruhiger Aufstellplatz gefunden werden – die sensiblen Tiere reagieren sonst schnell irritiert.

Wenn Ihre Samtpfote Probleme hat

Wenn eine bisher saubere Katze plötzlich nicht mehr stubenrein ist, handelt es sich meist um Stress und Frustration. Die Samtpfote hat im Vorfeld oft bereits weniger deutliche Signale ausgesendet und teilt jetzt mit, dass es so wirklich „nicht mehr geht“. Kompliziert wird die Situation dadurch, dass das Tier sehr schnell den eigentlichen Grund dafür vergisst und die Unsauberkeit damit zur Gewohnheit wird. Die Motivsuche für die Unsauberkeit ist daher dringend angeraten.

Katzenwäsche und Katzenwäsche

Vernachlässigte Körperpflege kann ein Zeichen für Stress und Unwohlsein sein.

Falls der Tierarzt Krankheiten und körperliche Beschwerden – Schmerzen, Blasen- und Nierenerkrankungen sowie Blasen- und Nierensteine – ausschließt, geht es dabei um die Seele Ihrer Katze. Vielleicht reagiert sie damit auf für Sie eher nebensächliche Veränderungen: Eine neue Katzentoilette, eine andere Katzenstreu oder eine Ortsveränderung des Katzenklos? Neue Reinigungsmittel, die das Geruchsempfinden stören? Zu viel Besuch oder Handwerker in der Wohnung? Vielleicht protestiert die Katze aber auch gegen einen neuen zwei- oder vierbeinigen Mitbewohner? Ein neuer Partner sollte sich in diesem Fall besonders intensiv um die Katze kümmern. Bei einem Baby oder auch einem weiteren Tier sind Sie gefragt – Ihre Katze möchte Sicherheiten. Nach einer Harnwegsinfektion verbindet sie die Katzentoilette vielleicht auch mit Schmerzen und ist deshalb nicht mehr stubenrein. Katzen, die sich auf dem Lieblingsplatz des Halters lösen, bitten um mehr Aufmerksamkeit oder haben Rangordnungsprobleme.

Einige Katzen werden aus genetischen Gründen nicht stubenrein. Freilauf und ein Garten können diese Problematik lösen (und sollten bei einer Weitergabe auch beachtet werden). Das Markierverhalten unkastrierter Tiere wird zwar vor allem Katern zugeschrieben, kommt jedoch auch bei nicht kastrierten Katzen vor – mit Unsauberkeit hat es jedoch nichts zu tun.

Wenn Ihrer Katze ein „Malheur“ passiert, nützen Schimpfen oder Strafen überhaupt nichts – der Stubentiger versteht die Botschaft nicht. Am besten reinigen Sie die Stelle mit klarem oder Essigwasser, geruchsabsorbierende Sprays oder Pheromone können unterstützend wirken. Falls die Katze dauerhaft nicht stubenrein wird, können eventuell der Tierarzt oder ein Tier-Verhaltenstherapeut helfen.

 

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