Katzenzucht

Katzenzucht: Ein Leitfaden für Zuchtanfänger

Hast Du Dir schon einmal überlegt, in die Zucht der Katze einzusteigen? Vielleicht weil Du Katzen sehr gerne hast, vielleicht aber auch weil Du Dir einen Nebenverdienst wünscht. Einige Dinge sind auf jeden Fall zu beachten. Ehe Du ernsthaft darüber nachdenkst, Katzen zu züchten, solltest Du Dir einiges an Fachwissen zulegen und Dir rund um das Thema Gedanken machen. Eine pro und contra Liste kann hier sehr hilfreich sein.

Warum möchtest du züchten?

An erster Stelle steht immer das warum? Aus welchem Grund möchtest Du Katzen züchten? Gefällt Dir eine Rasse ganz besonders gut und Du möchtest hier die Merkmale fördern und die Rasse gesund erhalten? Oder geht es Dir darum, dass Deine Katze einmal Kitten haben soll und Du so einen ersten Einblick in die Zucht gewinnen kannst? Vielleicht hast Du viel Tagesfreizeit und möchtest diese sinnvoll nutzen, indem Du in die Katzenzucht investierst.
Gründe, züchten zu wollen gibt es viele. Diese sollten anschließend mit den realen Möglichkeiten, die zur Verfügung stehen, abgeglichen werden.

Was brauchst Du zur Katzenzucht?

 Bild Katzenrasse Bengal: Katzenmutter mit zwei kleinen Katzenbabys.

Erst muss Du dir gut überlegen, aus welchem Grund möchtest Du Katzen züchten?.

Zu allererst solltest Du umfangreiches Fachwissen gesammelt haben. Welche genetisch übertragbaren Krankheiten gibt es? Wie kannst Du die Merkmale Deiner Rasse züchten, ohne dass dabei die Gesundheit leidet? Hast Du ausreichend Zeit?
Wichtig ist auch das Wissen, wie eine Handaufzucht der Kitten möglich ist. Es kommt zwar nicht häufig vor, aber hin und wieder stirbt eine Katze bei der Geburt. Auch dann solltest Du gut vorbereitet sein und Deine Zucht per Handaufzucht großziehen. Dafür brauchst Du sehr viel Zeit und kannst währenddessen nicht lange den Raum verlassen. Eine berufliche Tätigkeit außer Haus ist in dieser Zeit undenkbar.
Kleine Kitten werden die ersten Wochen sehr von der Katzenmama betreut, je selbständiger die kleinen Kitten jedoch werden, desto mehr sollte auch eine Aufsichtsperson in der Nähe sein. Die Kitten brauchen genügend Platz, um die Welt um sich herum erkunden zu können. Dies sollte mindestens ein großer Raum sein. Damit dieser sich für die Zucht eignet, sollten alle Kabel gut verlegt sein und keine giftigen Zimmerpflanzen herum stehen.
Weiterhin kann es sein, dass die kleinen Kitten ihre Krallen an jedwedem Material wetzen, denn erzogen sind sie noch lange nicht wenn sie so klein sind. Es müssen ausreichend Katzentoiletten bereit stehen, sowie immer frisches Trinkwasser.
Der Jahresurlaub kann also schnell verplant sein, wenn in die Zucht der Katzen eingestiegen werden soll. Lange kann man die Bande nicht alleine lassen, da sie alles im Wohnraum begutachten, ausprobieren und eventuell auch kaputt machen.

Die finanzielle Seite

Bild Fünf Katzenbabys werden von ihrer Mutter gesäugt

Der enge Kontakt mit der Mutter und mit den Geschwistern ist wichtig für die Entwicklung. Aber eine Aufsichtsperson in der Nähe muss auch sein!

Eine Rassekatze decken zu lassen, kostet für eine gute Zucht mehrere hundert bis tausend Euro. Die Untersuchungen der eigenen Katze vom Haustierarzt oder auch vom Fachtierarzt kommen noch hinzu. Besonders hochwertiges Futter sollte der Katze zur Verfügung stehen, ebenso wie eine Wurfhöhle, wo der Wurf geboren und versorgt werden kann, bis er zaghaft auf eigenen Beinen die Welt erkunden wird.
Die Kitten müssen regelmäßig entwurmt und auch geimpft werden. Es kann sein, dass nicht alle Kitten gesund auf die Welt kommen und tierärztliche Hilfe benötigen. Auch bei der Geburt kann es zu Komplikationen kommen, die unter Umständen sehr teuer werden können.
Wenn die Kitten auf der Welt sind, werden diese zuerst gesäugt, nehmen aber dann auch feste Nahrung auf, die finanziert werden muss.

An wen gibst Du die Kitten ab?

Du solltest schon zu Beginn Deiner Absichten ermitteln, wo und wie Du die Kitten später abgeben möchtest.
Wenn Du in einem Zuchtverband Mitglied bist, wirst Du eher Interessenten finden, als über die handelsüblichen Kleinanzeigen.
Welche Voraussetzungen sollen die Interessenten mitbringen?
Denke daran, dass Du die Kitten bis zum 4. Lebensmonat abgegeben haben solltest, da diese dann bereits geschlechtsreif werden und sich weiter vermehren könnten. Solltest Du dann nicht die Möglichkeit haben, Kater und Katzen räumlich zu trennen, kommen Kosten der Kastration auf Dich zu.
Bedenke auch, dass Du eine emotionale Bindung zu den Kitten entwickeln wirst und es Dir später sehr schwer fallen könnte, diese abzugeben. Überlege Dir daher rechtzeitig, ob Du eine Katze oder einen Kater behalten möchtest und kannst. Nicht jede Katze oder Kater freut sich über neue Gesellschaft.

Du möchtest züchten?

Bild Katzenzucht

Katzenzucht kann nicht immer einfach sein: Du muss dir zum Thema Zucht viele Gedanken machen und alles für und wider vergleichen!

Hast Du Dir zum Thema Zucht viele Gedanken gemacht und das für und wider verglichen, dann kannst Du Dich mit den Vorbereitungen beginnen. Schaffe Dir alles Zubehör an, informiere Deinen Arbeitgeber falls Du spontan Urlaub brauchst, um die Katzenfamilie zu versorgen und schalte erste Anzeigen, die auf Deinen Wurf hinweisen werden.
Tausche Dich mit anderen Katzenzüchtern aus und versuche, so viele Informationen wie möglich zusammen zu bekommen. Dein Wissen wird Dir für Deine eigene Zucht viel nützen und auch in Deinem Bestreben weiter bringen, die besten Merkmale Deiner Rasse hervorbringen zu können.
Überlege Dir, welche Eigenschaften Deine Käufer der Kitten haben sollen und wo Du sie auf keinen Fall hingeben möchtest.
Bereite Dich darauf vor, dass die Kitten nur begrenzt bei Dir sein werden aber erfreue Dich auch an dem Gedanken, eine Zeit lang flauschiges Gewusel in Deinem Heim und um Dich herum zu haben.

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