Versicherung und Haftung

Versicherung und Haftung bei Katzenhaltung

Katzen gehören zu den umtriebigsten Tieren, die man sich in das eigene Heim holen kann. Dass sie für Schäden verantwortlich sind, kann daher immer wieder passieren und lässt sich selten vermeiden. Für Katzenbesitzer ist es aus diesem Grund von großer Wichtigkeit, dass sie sich mit der Haftungsproblematik auskennen. Gerade weil in diesem Zusammenhang meist die Haftpflichtversicherung eine wichtige Rolle spielt, sollte man sich sowohl mit der Haftung als auch mit der Versicherung für Katzen auseinandersetzen.

Das ist die Rechtslage

Wenns um die Thematik Haftung von Haltern für Tiere geht, dann kommt erst einmal der § 833 des Bürgerlichen Gesetzbuches zum Einsatz. Im Gesetzesartikel Gefährdungshaftung wird prinzipiell festgehalten, dass jeder Tierbesitzer für die angerichteten Schäden seines Haustieres haftet. Damit würde dies erst einmal bedeuten, dass man als Besitzer einer Katze in jedem Falle zur Verantwortung gezogen werden kann. Allerdings gibt es im Recht immer einige Einschränkungen, sodass die Sache nicht so einfach ist, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

Gerade bei Katzen ist es für einen Geschädigten erheblich schwieriger einen möglichen entstandenen Schaden so darzustellen, dass man ihn zweifelsohne der Katze zuweisen kann. Es muss ein eindeutiger kausaler Beweis vorliegen, andernfalls hat man als Besitzer des Tieres sehr gute Chancen, wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommt. So entschied zum Beispiel das Gericht in Celle (Az: 16 C 187/97), dass die Forderung einer Frau von 4000 DM für Schäden an ihrem Wagen nicht stimmen kann, da Katzen gar keinen Lackschaden in dieser Höhe an einem Auto verursachen können. Das Urteil zeigt sehr deutlich, wie schwierig es am Ende ist, einer Katze wirklich den Schaden nachzuweisen. Allerdings bedeute dies nicht automatisch einen Freifahrtschein für das Tier. Kommt es wiederholt zu Belästigungen der Nachbarn durch die Katze, dann kann dieser durchaus zu Recht auf Unterlassung klagen. Im konkreten Fall musste das Landgericht in Lüneburg entscheiden (Az: 1 S 198/99). Hier wurde ein Katzenhalter mehrfach dazu aufgefordert zu verhindern, dass sich die beiden Hauskatzen auf der Motorhaube des nachbarlichen Pkws niederließen. Nach Ansicht des Gerichtes endet in so einem Fall die übliche Duldungspflicht, da es zu Beschädigungen und Verschmutzungen kommen kann. Stellt ein Halter daher nicht sicher, dass die Katzen die Wagen in Ruhe lassen, kann er zu einem Ordnungsgeld verurteilt werden und muss falls notwendig auch Schadensersatz leisten.

Körperliche Schäden und Autounfälle

Ein wichtiger Faktor bei der Betrachtung von Haftung bei Katzen sind körperliche Schäden, die aufgrund von Bisswunden entstanden sind. Hier haftet der Halter ebenfalls, was bedeutet, dass unter Umständen neben Schadensersatz auch Schmerzensgeld relevant werden kann. Zum Glück sind die Summen, die in Deutschland gezahlt werden, nicht auf dem Level, wie es beispielsweise in den USA der Fall ist. Ein Beispiel vom Landgericht Bielefeld (Az: 21 S 38/11) zeigt, auf welche Summen man sich in etwa einstellen kann. Hier hatte eine Frau versucht, eine Katze aus ihrem Hotelzimmer zu vertreiben. Das Tier biss sie in die linke Hand, weshalb eine stationäre und ambulante Behandlung notwendig wurden. Die Frau erhielt Schadenersatz und ein Schmerzensgeld von 1250 Euro. Generell kann diese Summe sich aber noch erhöhen, falls durch die Verletzung Folgewirkungen zu befürchten sind.

Bild Tierarztbesuch vorbereiten

Auch bei dem Tierarztbesuch gibt es viele Dinge zu beachten: z.B. es könnte zu den körperlichen Schaden kommen.

Ausnahmen machen die Richter jedoch bei Katzenbesitzern selbst. So hatte eine Halterin gegen einen Tierarzt vor dem Oberlandesgericht Oldenburg (Az: 12 U 105/01) geklagt. Sie war bei der Behandlung des Tieres um Hilfe gebeten worden und ihre eigne Katze hatte sie dabei gebissen. In diesem Fall entschieden die Richter jedoch, dass kein Schmerzensgeld rechtens ist.

Aufpassen gilt es zudem für alle Autofahrer. Wer bei einem Auffahrunfall darauf hofft, dass der Halter des bremsenden Fahrzeugs für den Schaden aufkommt, der wird eine Überraschung erleben. In zwei Fällen entschied das Landgericht Koblenz (Az.: 12 S 130/00 und DAR 2001/227), dass Bremsen aufgrund einer Katze dazu führt, dass der Auffahrende beziehungsweise dessen Versicherung selbst die Schäden bezahlen muss.

Die Frage nach dem Halter

Ein interessanter Punkt, wenn man sich mit der Haftung für eine Katze beschäftigt, ist die Frage nach dem Halter. So ist zwar im Gesetz prinzipiell festgeschrieben, dass ein Halter haftet, jedoch fehlt der Fakt, dass Halter ein sehr dehnbarer Begriff ist. So ist er nicht gleichsetzbar mit dem Besitzer des Tieres. Übergibt man seine Katze zum Beispiel Freunden und Verwandten, um in den Urlaub zu fahren oder über das Wochenende zu verreisen, dann sind diese für den Zeitraum der Reise die Halter. Dies bedeutet also auch, dass im Schadensfalle nicht der Besitzer, sondern der momentane Halter haftet. Dies ist ein Punkt, dessen sich viele Menschen gar nicht bewusst sind, wenn sie für ein paar Tage eine Katze sitten. Wer auf das Tier aufpasst, der muss sich daher auch mit möglichen Ansprüchen von Geschädigten auseinandersetzen. Daher sollte man gerade in solchen Fällen besonders auf die Katze achtgeben und sie vielleicht in der Zeit nicht aus dem Haus lassen.

Wie sinnvoll sind Versicherungen?

Da man als Halter einer Katze für deren Schäden haftet, stellt sich natürlich die Frage nach einer Haftpflichtversicherung für das Tier. In der Regel ist dies jedoch nicht unbedingt notwendig. Üblicherweise ist eine herkömmliche gesetzliche Privathaftpflichtversicherung ausreichend. Hier besteht ein Unterschied zu Hunden, wo oftmals eine eigene Versicherung benötigt wird. Sicherheitshalber sollte jeder Besitzer aber noch einmal bei seiner Versicherung nachfragen und sich direkt nach dem Schutz der Katze erkundigen. Ist dieser nicht vorhanden, dann kann man sie meist sehr einfach mit in die Police aufnehmen. Es ist aber keine gesonderte Versicherung notwendig. Wird dies von einem Vertreter vorgeschlagen, dann sollte man sich möglich nach einem anderen Unternehmen umsehen.

Viel sinnvoller sind dagegen Versicherungen für die Gesundheit des Lieblings. Hier gibt es vielfältige Angebote, die viel nützlicher sind und auch wirklich einen zusätzlichen Schutz bieten.

Bildquelle 1: © emmi / Fotolia.com #3964771
Bildquelle 2: © Africa Studio / Fotolia.com #44354805

Hier gibt es bisher noch keine Kommentare.

Hinterlasse einen Kommentar