Weihnachten mit Katzen

Mit der Katze zu Weihnachten: Worauf muss geachtet werden?

Wenn das Weihnachtsfest naht, beginnt für viele Katzenbesitzer auch eine kritische, zumindest furchtsame, Zeit. Vor allem wenn jüngere Kätzchen dieses Jahrgangs zum ersten Mal mit der Familie Weihnachten feiern, sind viele vor allem neue Katzenbesitzer unschlüssig, was es Besonderes zu beachten gibt. Schließlich sollen die Kätzchen ja einem frohen Weihnachtsfest nicht im Wege stehen – das müssen sie aber auch gar nicht, wenn man einige kleine Tipps beachtet.

Vorsicht Weihnachts-Flora!

Weihnachtssterne sind für Katzen absolut giftig

Pflanzen wie Weihnachtssterne sind für Katzen sehr giftig und somit ein absolutes Tabu.

Katzen knabbern ja bekanntlich gerne vor allem an den Pflanzen, von denen sie lieber die Zähne lassen sollten. Ein absolutes No Go sind Weihnachtssterne (auch Adventssterne). Diese besonders zur Weihnachtszeit beliebten Pflanzen mit den markant roten Blütenblättern mögen schmucksam sein, sind für Katzen aber absolut giftig.
Die giftigen Effekte des Weihnachtssterns können bei Katzen sogar bis zum Tod führen, aber selbst in leichteren Fällen Lungenödeme auslösen und zu schwerem Erbrechen führen. Ganz unumstritten sind diese Fälle jedoch nicht, immer wieder gibt es auch Studien, in denen in den Weihnachtssternen kein auf Kleintiere wirkendes Gift nachgewiesen werden konnte. Besser Vorsicht walten lassen und geschenkte Adventssterne außerhalb der Reichweite von Katzen aufzubewahren und keine Weihnachtssterne zu kaufen. Auch Tannen können giftig für Katzen sein, wenn die Nadeln gespritzt wurden. Die meisten Katzen fressen nicht an den Tannen oder knabbern nur einmal kurz an den nadligen Ästen und belehren sich dann eines Besseren. Schließlich werden Katzen ungerne gepiekst. Lebensgefährlich wird ein Knabbern am Nadelbaum für Katzen also nicht, das Verspeisen der Nadeln ist aber beileibe nicht die einzige Gefahr für die kleinen Haustiere. Unbedingt zu vermeiden ist bleihaltiges Lametta. Weil sich damit für Samtpfötchen so schön spielen lässt, geraten die Fäden schnell in den Katzenmund. Vor allem Halter jüngerer Katzen sollten eher auf Lametta verzichten, zumal die Kätzchen sich darin verfangen können und mit genügend Schwung und Gewicht auch Christbäume zu Fall bringen.

Kerzen und Scherben

Ein Weihnachtsbaum ist ein ideales Kletterobjekt für Katzen

Ein prächtig geschmückter, funkelnder und glitzernder Weihnachtsbaum ist für Katzen eine Herausforderung zum Spielen und Klettern.

Katzen sind notorische Kletterkünstler, insbesondere junge Kätzchen strotzen nur so vor Übermut. Da ist ein Weihnachtsbaum natürlich das ideale Kletterobjekt. Nur in den wenigsten Fällen stehen die Tannenbäume in der Stube aber so stabil, dass sie eine Katze nahe der Spitze ohne weiteres verkraften können. So bringen die Klettermeister ungewollt so manche Tanne zum Einsturz, was im Gegenzug bedeutet, dass echte Kerzen nicht auf den Tannenbaum eines Katzenliebhabers gehören. Denn einmal umgestürzt geht ein Nadelbaum recht schnell in Flammen auf. Elektrische Kerzen mit dem CE-Gütesiegel sind keine Gefahr und könnten höchstens zu Bruch gehen, der gedämpfte Sturz eines Christbaums solle aber zumeist auch das verhindern. Deutlich fragiler sind dagegen Christbaumschmuck wie Weihnachtskugeln. Sind diese zerbrochen, hinterlassen sie sehr dünne Splitter, die schnell ihren Weg in rasende Katzenpfoten finden. Es gibt allerdings auch bruchfeste Christbaumkugeln – die sind nicht nur für Katzen- und Hundehalter empfehlenswert, sondern ersparen auch Eltern so Einiges an Sorge. Wer noch ganz junge Katzen zuhause hat, deren Spieltrieb gar nicht im Zaum zu halten ist, sollte vielleicht überlegen, ob er nicht ein (oder zwei) Jahr(e) auf einen Christbaum verzichtet. Alle anderen Katzenhalter können getrost ihren Weihnachtsbaum wie gehabt aufstellen.

Offene Kertzen sind für Katzen eine Gefahrenquelle

Offenes Feuer wie Kerzen sind für Katzen eine Gefahrenquelle.

Geheimtipp: Wenn die Katze sich zu fasziniert vom Christbaum gibt und ihn unbedingt bespielen möchte, helfen einige Mottenkugeln. Den Geruch der Mottenkugeln können Katzen nämlich überhaupt nicht leiden, auch ein Absprühen mit Essig hilft oft. Um sicher zu gehen, dass Katzen die weihnachtliche Deko nicht zu interessant finden, ist es außerdem ratsam, sie mit Kratzbäumen und Katzengras zu versorgen. Das deckt die felinen Bedürfnisse.
Generell sind offene Kerzen und Katzen eine Gefahrenquelle. Zwar beschützen die Instinkte die Katzen vor mutwilligem Schaden durch das Feuer, aber offenes Feuer ist ein potentieller Brandherd. Vor allem für jüngere Katzenaugen ist eben alles, was sich bewegt, ein potentielles Spielzeug. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, verzichtet bei jungen Kätzchen ganz auf Kerzen, ansonsten sollte offenes Feuer immer unter Aufsicht verwendet werden.

Abendessen und Bescherung

Ebenfalls gefährlich – nicht nur zur Weihnachtszeit – sind Plastiktüten. Katzen lieben es, in Tüten zu springen und sich im Inneren zu vergnügen. Im schlimmsten Fall droht der Erstickungstod, wenn die Katzen sich zu tief in den Tüten verheddern. Geschenktüten aus Papier mit einer großen Öffnung sind dagegen unproblematisch und nebenbei auch noch besser für die Umwelt. Als Katzenspielzeug genau so beliebt wie Tüten sind Geschenkpapier und -bänder. Auf den großen, zusammengeknüllten Papierhaufen können Katzen nach Belieben toben und haben so auch noch selbst etwas von der Bescherung. Beim Familienessen suchen Katzen sich schon ihren Platz. Verschmustere Gesellen gehen auch mit Unbekannten auf Tuchfühlung, während schüchterne Katzen eher zum Untertauchen neigen. Wenn eine Katze genug Gesellschaft hat, zieht sie sich schon von alleine zurück.

Santa Claus sitting near Christmas tree and embracing his cat

Wer über Weihnachten verreist, braucht unbedingt einen Katzensitter.

Ein beliebtes Phänomen dabei: Katzen suchen oft die Gesellschaft just jener Menschen, die eigentlich keine Katzen mögen. Diese Personen meiden nämlich den Blickkontakt zu den Kätzchen, was diese wiederum als angenehmer als direktes Anstarren empfinden. Hier müssen eventuell eher die Verwandten als die Katzen beruhigt werden. Gänsebraten und Hähnchen sind generell als Festtagsspeise für Katzen kein Problem, allerdings sollte Geflügel immer in kleinen Happen und herausgelöst serviert werden, da sonst die Gefahr besteht, dass Katzen kleinere Knöchlein (vor allem beim Hühnchen) verschlucken. Spitze Hühnerknochen können nämlich splittern und nicht jede Hauskatze kommt damit klar.
Süßigkeiten dagegen sind für Katzen tabu. Auch wenn sie gerne einmal an süßen Cremespeisen schlecken, so ist der Stoffwechsel von Katzen nicht darauf ausgelegt, große Mengen an Kohlenhydraten zu verwerten. Auch in der freien Wildbahn besteht ihre Hauptnahrungsquelle schließlich aus Fleisch. Ein paar mal am Vanillekipferl schlecken schadet der Katze zwar auch nicht (und viele Katzen naschen gerne), zur regelmäßigen Weihnachtsernährung sollte das allerdings keinesfalls gehören. Eigentlich selbstverständlich: Wer über Weihnachten verreist, braucht unbedingt einen Katzensitter. Katzen können sich ihren Napf zwar etwas besser einteilen als Hunde, aber kommen nicht mehrere Tage ohne Futter und frisches Wasser aus. Auch das Benutzen einer schmutzigen Toilette ist für Katzen ein Graus und so suchen sie sich oft neue Orte für ihr Geschäft. Auch wenn es zu Weihnachten also etwas stressig wird, dürfen Hauskatzen keinesfalls vernachlässigt werden.

Fest auf vier Pfoten

Cute Orange Kitten Playing with a Christmas Ornament on White

Vor allem jüngere Katzen spielen gerne mit hängenden Glitzerfäden und bunt leuchtenden Kugeln.

Prinzipiell gilt, dass Katzen bei voller Weihnachtsdekoration ein wenig Aufsicht gut vertragen können. Vor allem jüngere Katzen spielen nun einmal gerne mit hängenden Glitzerfäden und bunt leuchtenden Kugeln. So liegt es eben in der Natur der schönen Raubtiere. Das heißt nicht, dass man als Katzenbesitzer ganz auf Deko verzichten muss, besonders ältere Katzen interessieren sich meist schon gar nicht mehr für das bunte Allerlei zur Weihnachtszeit.
Mehr als ein wenig Nachsicht mit zerfetztem Christbaumschmuck und angeknabberter Deko braucht es für den Katzenliebhaber zum Fest der Liebe also nicht.  Und wenn der Stress der Weihnachtszeit erst einmal vorüber ist, fliegen ja zumeist auch schon die ersten Böller. Und das stellt für Katzen noch einmal eine ganz andere Belastung dar als das Fest der Liebe.

 

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